
Blut, Sex & Film. Die junge, queere Regisseurin Kris soll neues Leben in die alte „Camp Miasma“ Slasher-Franchise bringen und trifft sich dafür mit Billy Preston (Gillian Anderson), Star und Final Girl des ersten „Camp Miasma“ Films. Offiziell hofft Kris durch das Treffen Inspiration für ihr Presequel zu holen, tatsächlich ist die junge Frau von Billy seit ihrer erster „Camp Miasma“ Sichtung auch noch auf ganz andere Weise fasziniert…
Eine Fasziniation, die sich nicht nur auf Billys Person beschränkt, sondern „Final Girl Billy Preston“, jener Mix aus Gefahr und Erotik, der dem Slasher-Genre seit jeher inne ist. Für einmal aber ganz aus einer queer-weibliche Perspektive.
Regisseurin Jane Schoenbrun hat sich mit ihrem Arthouse-Horror Erstlingswerk „We’re All Going to the World’s Fair“ (2021) einen Namen gemacht, woraufhin ihr nächstes Werk „I Saw The Tv Glow“ (2024) vom Filmstudio A24 aufgenommen wurde. „Teenage Sex and Death at Camp Miasma“ hingegen wollte lange keine Studio, bis MUBI sich getraut den Film zu kaufen. Zum Glück, den Schoenbrun hat einen hypnotischen Film über Aspekte der weiblichen Lust kreiert, in die sich sonst nur wenige einzutauchen trauen. Auf jeden Fall nicht auf diese kompromisslose Art, die tatsächlich die Emotionen ihre beiden Hauptcharaktere in das Zentrum stellt, und sie nicht einfach nur als erotisch Wunschvorstellung zeichnet.
Was nicht heissen soll, das der Film vonr Erotik zurückschreckt, ganz im Gegenteil. Gillian Anderson ist eine hypnotische Wuchte und Hannah Einbinder ist ihr absolut ebenbürtig. Eingetaucht in träumerische Bilder gemixt mit blutigen Slasher-Blutfontänen und tief satirischem Humor über die Filmbranche treiben sich die beiden Frau in eine Spirale aus psychosexuellen Spielen, die einem mitzieht und zugleich bestens unterhält. Hier hat klar jemand, der das Slasher-Genre liebt, ein Werk kreiert, das zugleich neue Aspekte neu beleuchtet und unentschuldigend in einen seit jeher existierenden, grundlegenden Kern des Genres abtaucht.
4.5/5 Sterne
Teenage Sex and Death at Camp Miasma läuft am 06. & 10. Juli 2026 noch zweimal am Neuchâtel International Fantastic Film Festival.
Im CH-Kino ab dem 20. August 2026.
Teenage Sex and Death at Camp Miasma (2026), Regie: Jane Schoenbrun, UK/Kanada.
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