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Nightborn (2026) [Review/NIFFF] –

Film / Drama, Horror / Im Kino
9. Juli 2026, von NicolettaKommentieren

Szenenbild aus Nightborn (2026)
©NIGHTBORN Hanna Bergholm FR,FI,UK,LT 2026

Saga (Seidi Haarla) und John (Rupert Grint) übernehmen Sagas altes Elternhaus mitten in einem finnischen Wald, um ihre eigene Familie zu gründen. Die Schwangerschaft lässt nicht lange auf sich warten und bald vervollständigt ein Baby das Familienglück. Oder zumindest das vermeintliche Glück, denn Saga vermutet zunehmend, dass mit ihrem Babys etwas ganz und gar nicht stimmt…

Übernatürliche Babies sind ein beliebtes Horror-Sujet als Symbol für die Schwierigkeiten, die mit Schwangerschaft und Mutterschaft einhergehen können, von bekanntere Filme wie Rosmary’s Baby (1968), bis zu kleineren Werken wie „Huesera: The Bone Woman“ (2022). „Nightborn“s Geschichte fokussiert sich im Stil eines modernen Sagen-Dramas ganz auf die Zeit nach der Geburt, in der selbst ein normales Neugebornes manche an die Grenze treiben kann. „It sucks me dry“ („Es saugt mich leer.“) sagt Saga im Film zu ihrer Familie und Ehemann und erntet nur ein verständisvolles „so sind Babies halt“, auch wenn sie es eigentlich wortwörtlich meint, scheint ihr Kind doch mehr Interesse daran zu haben ihr Blut statt ihre Muttermilch zu saugen.

Regisseurin und Drehbuchautorin Bergholm gelingt es mit Nightborn zu zeigen wie anspruchsvoll und isolierend die Zeit nach der Geburt sein kann, das Problem ist allerdings, dass der Film dabei dieselben Szenarien und Thematiken einfach zu oft wiederholt. Was ein fantastischer Kurzfilm sein könnte, reicht für einen Langfilm nicht aus. Anspielungen über den potentiell übernatürlichen Hintergrund des Baby werden zwar gemacht, wenn etwa erwähnt wird, dass der ganze Metallmüll um das Haus von der Grossmutter zum Schutz von irgendwas im Wald angesammelt wurde, bleiben aber über die Mehrheit des Film immer nur das: Anspielungen. Die Sagen-Elemente sind hier nur Werkzeug und nicht Fokus der Erzhählung.

Wenig Hintergrund gibt es auch über Saga ausserhalb ihrer Rolle als Mutter und John dient lediglich als Antagonist für Saga. Nur ein paar Gespräche mit Saga’s Familie geben kleine Einblicke über ihr Leben vor dem Waldhaus. Während Saga von ihrer Rolle als Mutter aufgesogen wird, gibt ihr auch der Film selbst kaum Raum ausserhalb dessen. Saga selbst wird dadurch ausserhalb ihres Leidens nur wenig greifbar.

Nightborn enthält damit zwar starke Szenen über Schwierigkeiten in einer frischen Mutterschaft, bringt aber die ganze Spielfilmlänge hinweg zu wenig Frisches, um wirklich herauszustechen.

Nightborn läuft ab dem 06. August 2026 in den Deutschweizer Kinos.

Nightborn (2026), Regie: Hanna Bergholm, Finnland/UK/Litauen/Frankreich.

Stichworte: Hanna Bergholm, NIFFF, NIFFF26, Nightborn

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